Alle wundern sich über meine Musik!

PicsArt_04-23-06.08.34.jpg„Wenn man deine Playlists sieht könnte man echt denken, ich behandel dich schlecht und du leidest in dieser Beziehung. Soll mir das etwas sagen?“ -Freund.

Ja, das soll dir eine Menge sagen! Und zwar, dass ich sehr viel Wert darauf lege, mich in meine Charaktere einzufühlen. Ich habe zu jeder großen Szene ein passendes Lied – ein manchmal echt gruselig genau dazu passendes Lied. Dieses höre ich dann auf Dauerschleife, während ich die Szene dazu schreibe. Musik inspiriert mich, wirft mich in meine Geschichte und die Stimmung hinein, die ich zum Schreiben brauche. Besonders häufig laufen im Moment die Listen „Drama!“, „Tragisch :(“ und „Krieg!“ 😀
Für jede Stimmung etwas Passendes dabei.

Als ich letztens in der U-Bahn saß und Musik gehört habe, setzte sich ein älterer Mann neben mich und sah nur Kopfschüttelnd auf meine Kopfhörer. Ich achte da eigentlich nicht drauf, aber er sah mir schon ziemlich grimmig aus. Deshalb hab ich mal unauffällig einen Kopfhörer rausfallen lassen und mich zu ihm rüber gebeugt. Sein Gesicht war unbeschreiblich!
„Sie hören Klassik?“, hat er gefragt, und schon begann eine nette Diskussion.
Klassik höre ich auch – da kommt man nicht drum herum, wenn man sechs Jahre lang im Orchester gespielt hat – aber vor allem höre ich … wie umschreibt man das am besten? Trailer- oder Filmmusik trifft es wohl. Es gibt viele Orchester-Gruppen, die klassische, aber moderne Musik machen. Und ganz ehrlich, das ist einfach die perfekte Hintergrundmusik, egal ob ich eine Kampfszene, ein tiefsinniges Gespräch oder nur Landschaftsbeschreibungen schreibe. Damit hatte der liebe Herr nicht gerechnet … vielleicht konnte ich ja das Image der heutigen Jugend etwas aufpolieren.

Gerade bin ich an einem Punkt angekommen, an dem es mir auffällt, wie schwer es sein kann, sich von dieser Schreib-Stimmung wieder zu lösen. Im letzten Teil meiner Trilogie passiert viel … dramatisches. Trauriges – so muss das nun einmal. Vor zwei Tagen hat es mich besonders erwischt, als ich einem meiner Lieblings-Charaktere etwas wirklich unschönes ‚antun‘ musste. Ich habe mich den ganzen Tag lang mies gefühlt und – wer hätte es gedacht – beim Schreiben selbst geschlagene zwei Stunden lang geheult! Das war auch für mich ein neuer Rekord. Es ist ziemlich nervig, wenn du den Bildschirm nicht mehr erkennen kannst, noch schlimmer, als wenn man die letzten Buchseiten nicht mehr sehen kann. Ich leide mit meinen Figuren … aber wie sagt man so schön?

„No tears in the writer, no tears in the reader.“-Robert Frost.

 

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