Immer und überall.

IMAG0441_1„Können wir bitte nicht im Bus diskutieren, wen du wie umbringen willst?“ -Freund.

Also ich weiß überhaupt nicht, was dagegen spricht. Die Inspiration zu einer guten Todes-Szene kommt nun mal nicht auf Bestellung!
… Gut, als ich letztens im Zug mein Notizbuch aufgeschlagen hab und meine „Todesliste“ vervollständigt habe, hat mich meine Sitznachbarin schon etwas seltsam angeguckt. Oder die Verkäuferin im Bäcker, als ich noch telefoniert habe und mir nicht sicher war, ob ein Charakter nicht ein besseres Ende verdient hat … aber was soll’s! Ich lebe gern in meiner eigenen kleinen Welt 🙂

Meine Freunde sind schon daran gewöhnt, dass sie mir eine Minute geben müssen, wenn ich gerade wieder diesen Blick habe. Ja, meine Gedanken schweifen manchmal – oft – sehr oft! – ab nach Mirandor. Aber ist das nicht einer der Gründe, warum wir Geschichten so sehr lieben? Um in ihnen zu versinken, nicht mehr von ihnen los zu kommen? Ich genieße jede Minute in der ich schreiben und genau das tun kann. Ich liebe es, einfach nur ruhige Musik zu hören und meine nächste Szene zu planen. Und dabei ist es egal, ob ich im Bett liege, am Schreibtisch oder im Zug sitze.

Eine neue Welt erschaffen zu können ist etwas ganz besonderes. Am Anfang hatte ich nur eine grobe Idee, aber je mehr Zeit ich mit meinen Charakteren dort verbracht habe, desto genauer wurde mein Bild von ihr. Inzwischen habe ich eine Menge Übersichten in meinem Notizbuch: zu den dort lebenden Wesen, den Städten und den Wäldern, aber auch zu speziellen Bräuchen und Gewohnheiten der Völker. Es ist mir beim Schreiben sehr wichtig gewesen, so viele Details wie möglich einzubinden. Ich möchte, dass der, der mein Buch liest, diese Welt genauso lieben lernt, wie ich es tue. Ich wünsche mir, meine Leser für eine Weile zu entführen und ihnen all die Dinge zu zeigen, die in meinem Kopf noch viel schöner sind als ich es mit Worten je ausdrücken könnte.
Diese Welt ist ein Teil von mir, genau wie die darin lebenden Charaktere.
Meine Lieblinge sind immer bei mir, flüstern mir zu, was sie als nächstes tun wollen – oder werden. Meistens entwickeln sie während des Schreibens so ein Eigenleben, dass ich so etwa alle fünfzig Seiten meinen Plot noch mal anpassen muss.

Inspiration wartet nicht auf einen passenden Moment. Ich kann mich nicht abends vor den Laptop setzen und einfach anfangen zu schreiben. Ich plane den ganzen Tag über, ich kann gar nicht anders. Ich will gar nicht anders.
Außerdem ist das immer eine super Ausrede. Egal, was ich gerade wirklich mache, ich kann sagen „Ich arbeite!“. Denn das tue ich.

Ich lebe für meine Geschichte. Immer und überall.

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